Zwei Jahre, 70.000 € und ein Prototyp: Wie die E-Luise entstand

Vom Crowdfunding bis zur Vermietung: Die ganze Geschichte hinter dem Elektrocamper E-Luise – Umbau, Rückschläge und die erste Testfahrt.

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Gelber VW T3 Elektrocamper E-Luise steht auf einem Stellplatz
E-Luise ab sofort mieten

Wie aus einer Idee ein Elektrocamper wurde

Ein alter, rostiger VW T3 Camper, Baujahr 1980 – und die Idee, daraus etwas völlig Neues zu machen. Die Idee war einfach: Upcycling statt Neukauf. Statt einen neuen Elektrocamper zu produzieren, wollten wir zeigen, wie man ein bestehendes Fahrzeug klimafreundlich weiternutzen kann. In Österreich ist der Verkehr für einen großen Teil der CO₂-Emissionen verantwortlich – mit dem Projekt E-Luise wollten wir einen Weg aufzeigen, wie Campingreisen deutlich klimafreundlicher werden können.

Was so eine Umrüstung kostet

Gelber Campervan mit aufgeklapptem Dach auf einem Stellplatz.

Bevor es losging, war für uns klar: Wir wollten offen mit den Kosten umgehen. Die Projektkosten lagen bei rund 70.000 € und teilen sich grob in drei Bereiche auf: das Basisfahrzeug samt Restaurierung, die Batterien mit Batteriemanagementsystem, und die restlichen Komponenten samt Arbeitszeit und Typisierung. Wer schon ein passendes Basisfahrzeug besitzt oder mit weniger Reichweite startet, kommt deutlich günstiger davon – die Kosten lassen sich also durchaus skalieren.

Die Community macht's möglich

Damit der Umbau überhaupt starten konnte, haben wir eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext gestartet. Ein Drittel der Projektkosten konnten wir über die Community finanzieren. Der Umbau begann im Herbst und Winter 2022/23, mit dem Ziel, dass E-Luise im Frühling 2023 auf die Straße rollen kann.

Tagmodus im Elektrocamper E-Luise

Der Umbau ist geschafft

Chillen vor dem Elektrocamper E-Luise

Nach Lieferschwierigkeiten und einigen unerwarteten Hürden beim Einbau war es im August 2023 endlich so weit: Alle Komponenten waren verbaut und verkabelt. Ein großer Schritt war geschafft, fertig war die E-Luise damit aber noch nicht. Es folgten noch die Rostbehandlung und Versiegelung am Unterboden, die Auflastung des zulässigen Gesamtgewichts samt Typisierung, und natürlich die ersten Testfahrten.

Die erste Testfahrt

Gelber Campervan fährt durch eine ländliche Seenlandschaft.

Die erste Ausfahrt führte natürlich direkt zu einem Partnerhof von Schau aufs Land. Leonard aus unserem Team beschreibt den Moment so: „Gerade die erste Ausfahrt war einfach etwas Besonderes. Ich habe mein Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen." Hoch erhoben und fast lautlos die Landstraße entlang – und das in einem VW T3, Baujahr 1980.

Ganz ohne Schwierigkeiten lief es nicht: Es zeigten sich Probleme mit der Motorkühlung, die Software des Batteriemanagementsystems war noch nicht ausgereift, und auch das Getriebe brauchte nochmal einen genaueren Blick. Bei einer Prototypenentwicklung gehört das dazu – also ging es nochmal zurück in die Werkstatt.

Typisierung: der steinige Weg zur Straßenzulassung

Was auf dem Papier einfach klingt, war in der Praxis ein langwieriger Prozess. Die Typisierung des Elektroantriebs selbst ging dank guter Vorbereitung schnell – die eigentlichen Probleme kamen erst danach. Ursprünglich war die E-Luise durch das zusätzliche Gewicht von Akkus und Innenausbau nur als 2-Sitzer zugelassen. Nach unzähligen Telefonaten und einigen Umbauten stand am Ende fest: Die E-Luise ist nun ein vollständig typisierter Elektrocamper mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen und vier eingetragenen Sitzplätzen.

Mediale Aufmerksamkeit

Die erste größere Ausfahrt mit der E-Luise führte nach Slowenien – und blieb nicht unbemerkt. Redakteur Sascha Aumüller von DerStandard begleitete die Fahrt und berichtete im Rondo darüber, wie es ist, mit einem Elektro-Bulli campen zu gehen. Der Ausflug fand mediale Beachtung und zeigte, dass das Projekt auch über die eigene Community hinaus Interesse weckt.

Der Innenausbau

Im August 2024 war es dann so weit: Nach abgeschlossenen internen Probefahrten und ersten Erfahrungen der Crowdfunding-Unterstützer:innen ging die E-Luise offiziell in die Vermietung. Der Innenausbau zum vollwertigen Camper war komplett fertig:

  • Küche mit Induktionskochfeld, Abwasch mit fließend Wasser und Kühlschrank mit Gefrierfach
  • Sitzbank mit optionalem Tisch
  • Zwei Betten (unten und im Dach), je ca. 120 x 180 cm
  • Stauraum, Camping-Sessel und -Tisch für draußen
  • USB- und 230-Volt-Steckdosen
  • Licht für drinnen und draußen
  • Trockentrenntoilette auf Anfrage erhältlich

Wo die E-Luise heute steht

Die E-Luise ist ein Prototyp, und ein Prototyp ist nie ganz fertig – laufend gab es kleine Verbesserungen und neue Ideen, an denen weitergearbeitet wurde. Nach zwei Jahren im Mietbetrieb steht die E-Luise nun nicht mehr zur Vermietung, sondern zum Verkauf. Wer selbst einmal einen fertig umgebauten Elektro-Oldtimer besitzen möchte, kann sich bei Interesse direkt bei uns melden.

Interessiert an der E-Luise? Jetzt bei uns nach Details zum Verkauf fragen.

Und wer noch mehr von Schau aufs Land entdecken möchte: Jetzt Mitgliedschaft abschließen und Partnerhöfe in ganz Österreich, Slowenien, Italien und Süddeutschland finden.